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Pressemitteilung:

17. Februar 2004

Große Anfrage: SPD will die Chancen der Gesundheits- und Seniorenwirtschaft stärker nutzen

Mit dem Ziel, die Chancen und Entwicklungsperspektiven der Gesundheits- und Seniorenwirtschaft stärker zu nutzen, stellt die SPD-Landtagsfraktion eine entsprechende Große Anfrage in Düsseldorf vor. Die Stellvertretenden Vorsitzenden Marc Jan Eumann und Horst Vöge machten deutlich, dass die traditionelle Definition des Gesundheitswesens als konsumtiver Wohlfahrtssektor allmählich abgelöst werden muss durch die Definition einer produktiven und wertschöpfenden Gesundheitswirtschaft.
Horst Vöge erklärte, dass die Gesundheitswirtschaft bereits heute die «Heimliche Heldin» des Strukturwandels des Ruhrgebiets in den letzten 20 Jahren sei. Allein in Nordrhein-Westfalen betrug der Beschäftigungszuwachs in dieser Branche zwischen 1985 und 1998 rund 175.000 Beschäftigte. Wenn die Gesundheitswirtschaft in ihrer erheblichen wirtschaftlichen Dynamik unterstützt würde, liege in der Entwicklung des vorhandenen Potentials eine große Chance für Nordrhein-Westfalen.
Neben den klassischen Angeboten des Gesundheitswesens wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Heilberufe, Apotheken, Gesundheitszentren oder ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen wies der Abgeordnete insbesondere auf die neuen Entwicklungen im Bereich der Wellness, gesundheitsbezogene Sport- und Freizeitangebote oder Gesundheitstourismus hin. Positive Entwicklungen seien auch erkennbar in der Pharmazeutischen Industrie, Medizin- und Gerontotechnik, Bio- und Gentechnologie sowie im Gesundheitshandwerk.
Marc Jan Eumann erläuterte, dass in diesem Zusammenhang allerdings auch Prävention, Rehabilitation, betriebliche Arbeitsbedingungen und Arbeitsschutzmaßnahmen zu diskutieren seien. So stelle sich angesichts der durch die Agenda 2010 in Gang gesetzten Reformen des sozialen Sicherungssystems die Frage, wie die Arbeitsfähigkeit in Zukunft bis zum Renteneintritt erhalten werden könne und welchen Beitrag die Betriebe und die Arbeitnehmer dazu selber leisten können.
Darüber hinaus sei auch dieser Wirtschaftszweig ein sehr großer Anwendungsbereich für neue Medien der Informations- und Kommunikationstechnologien. So gebe es beispielsweise Ansätze für die elektronische Patientenüberleitung, die Telematik oder auch die elektronische Patientenkarte.
Gerade angesichts der aktuellen Diskussion auf Bundesebene über die Finanzierung der Pflegeversicherung forderte Horst Vöge dazu auf, die gesellschaftlichen Leistungen im Zusammenhang mit der Pflege älterer Menschen als produktive und wertschöpfende Handlungen grundsätzlich neu zu bewerten.
Insgesamt zeigten sich die beiden SPD-Politiker davon überzeugt, dass es neben dem großen Entwicklungspotenzial innerhalb des Gesundheitswesens auch zu einer vermehrten privaten Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen der Gesundheits- und Seniorenwirtschaft kommen werde. Die Große Anfrage habe dabei die Aufgabe, die vorhandenen Ansätze darzulegen und Handlungsfelder für zukünftige Landespolitische Aufgaben aufzuzeigen.


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