Pressemitteilung:
09. März 2004
Jürgen Jentsch: Umweltminister Trittin soll unsinnige Castortransporte von Sachsen nach Ahaus verhindern
Die SPD-Landtagsfraktion hat heute mit einem einstimmigen Beschluss Bundesumwelt-minister Trittin aufgefordert, juristisch und politisch die Castortransporte vom sächsischen Rossendorf ins nordrhein-westfälische Ahaus zu verhindern. Im Forschungszentrum Rossendorf bei Dresden stehen 18 Castor-Behälter mit 951 bestrahlten Brennelementen des 1991 abgeschalteten Rossendorfer Forschungsreaktors zum Abtransport in das Brennelement-Zwischenlager Ahaus bereit.
In Rossendorf sei bereits 1997 mit einem Aufwand von rund 20 Millionen Euro eine Halle zur Lagerung atomarer Abfälle errichtet worden, berichtete der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jürgen Jentsch. Die Halle in Rossendorf sei mit der in Ahaus vergleichbar. Ahaus bringe gegenüber Rossendorf keinerlei Sicherheitsvorteile. "Der Transport per LKW und mit riesigem Polizeiaufgebot wird für NRW schätzungsweise rund 50 Millionen Euro kosten", sagte Jentsch.
Mit ihrem Antrag unterstützt die SPD-Landtagsfraktion Innenminister Fritz Behrens in seiner Ablehnung des Transportes. NRW trage mit dem Zwischenlager in Ahaus entscheidend zur Bewältigung der Entsorgungsproblematik bei. Vermeidbare Transporte wie der jetzt ge-plante seien nicht akzeptabel. Anstatt Nordrhein-Westfalen mit dem Atommüll anderer Länder und den hohen Kosten für die Transportsicherheit zu belasten, fordert die SPD-Landtagsfraktion, das bereits vorhandene Lager in Rossendorf in ein Zwischenlager umzuwandeln. Damit stelle sich die Frage der Notwendigkeit des Transportes nicht.