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Pressemitteilung:

07. September 2004
Fachtagung der SPD-Fraktionen:

Die Förderung des Spitzensports ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Im Anschluss an eine von der SPD-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen und der SPD-Bundestagsfraktion durchgeführte Podiumsdiskussion in der Duisburger MSV-Arena mit dem Thema „Olympia 2004 – Wie geht es weiter mit der Spitzensportförderung?“ erklären die sportpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ina Meise-Laukamp, und die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Freitag:

„Die nach den Olympischen Spielen in Athen begonnene Debatte um die Spitzensportförderung darf nicht allein vom organisierten Sport geführt werden, sondern muss von allen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt und als gemeinschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden. Um in Zukunft den Anschluss an den internationalen Spitzensport nicht zu verlieren, wird ein grundlegender Wandel in der Sportförderung durch alle Teile der Gesellschaft nötig sein. Diese Neuorientierung beginnt bereits in den Schulen. Dort muss der Sportunterricht in Qualität und Quantität gewährleistet sein und die Talentsichtung ausgeweitet werden. Die von der rotgrünen Bundesregierung mit einem Milliardenprogramm unterstützte Einführung von Ganztagsschulen bietet eine einmalige Chance, durch eine Kooperation von Vereinen und Schulen bei den außerunterrichtlichen Freizeitaktivitäten frühzeitig Talente zu entdecken und zu fördern.

Nordrhein-Westfalen war und ist hier Vorreiter. Die offene Ganztagsschule im Primarbereich ist bereits jetzt - kurz nach ihrer Einführung - ein weithin anerkanntes Erfolgsmodell, bei dem der Sport - mit Unterstützung des Landessportbundes - einen festen Platz eingenommen hat. Auch der Ausbau des Netzes von Eliteschulen des Sports, die schon heute eine anerkannt gute Kombination und Konzentration von schulischer und sportlicher Ausbildung ermöglichen, kann zu einer effizienteren Förderung von Nachwuchsathleten führen. Die Universitäten und Fachhochschulen müssen ihrer Aufgabe im Konzert der Spitzensportförderung gerecht werden, denn rund ein Drittel der aktiven Sportlerinnen und Sportler der deutschen Olympiamannschaft in Athen studieren an deutschen Hochschulen. Die Hochschulen sind daher auch weiterhin aufgefordert, die Rahmenbedingungen für eine Kombination von Studium und Sport zu optimieren.

Schließlich müssen auch private und staatliche Arbeitgeber in die Verantwortung genommen werden. Sie müssen den Athletinnen und Athleten schon während der aktiven Sportkarriere das Nebeneinander von Spitzensport und Beruf durch geeignete Konzepte ermöglichen und – mindestens ebenso wichtig – nach dem Ende der sportlichen Karriere berufliche Perspektiven anbieten und ehemalige Spitzensportlerinnen und -sportler beim Übergang in die Berufswelt aktiv unterstützen. Die Bundesregierung und die Landesregierung Nordrhein-Westfalens sind sich ihrer Verantwortung bewusst und fördern den Spitzensport auf hohem Niveau. Ulrich Feldhoff, DSB-Vizepräsident Leistungssport, hat anerkennend herausgestellt, dass kein einziger der von den Sportfachverbänden eingereichten Anträge auf Förderung von Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2004 von der Bundesregierung abgelehnt worden ist. Wir fordern daher alle gesellschaftlichen Gruppen auf, sich der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Förderung des Spitzensports zu stellen und ihren Teil beizutragen – nur dann wird es gelingen, den deutschen Spitzensport in der Reihe der erfolgreichsten Sportnationen weiter nach vorne zu bringen."

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