Pressemitteilung:
07. Oktober 2004
Horst Vöge: Gewalt gegen Ältere nicht dramatisieren, sondern bekämpfen
Vöge machte deutlich, dass insbesondere in Pflegeinrichtungen, aber auch in der häuslichen Umgebung auftretende Gewalt gegen Ältere natürlich ein Problem sei, vor dem man die Augen nicht verschließen dürfe. Wer aber behaupte, Gewalt sei ein alltäglich auftretendes Phänomen, der sei mit der Realität in den Pflegeheimen und in der häuslichen Pflege nicht vertraut.
Vöge plädierte dafür, anstelle von sachlich nicht gerechtfertigten Dramatisierungen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Gewalt gegen Ältere weiter auszubauen. Ansatzpunkt hierfür sei eine weitere Verbesserung der Pflegequalität. Die SPD-Landtagsfraktion habe gemeinsam mit der Landesregierung wichtige Projekte auf den Weg gebracht. Mit den regionalen Demenz-Service-Zentren würde pflegende Angehörige sowie medizinisches und pflegerisches Fachpersonal über den richtigen Umgang mit Demenzkranken informiert. Mit der quantitativen und qualitativen Weiterentwicklung der Altenpflegeausbildung werde dafür Sorge getragen, dass in den Pflegeeinrichtungen ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung stehe. Mit dem Modellprojekt "Persönliches Pflegebudget" sollten Pflegebedürftige einen Geldbetrag erhalten, mit dem sie die Leistungen einkaufen könnten, die sie bräuchten. Das Modellprogramm Demenz der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes NRW stelle mit seinen Leistungen für pflegende Angehörige, pflegerisches Fachpersonal sowie für Erkrankte eine deutliche Erleichterung dar.
Vöge betonte, dass die begonnenen Maßnahmen sowie die inhaltlich-konzeptionelle Weiterentwicklung der Pflegeversicherung, die die Ganzheitlichkeit, den Grundsatz "Prävention und Rehabilitation vor Pflege", die Einzelfallbezogenheit und das bürgerschaftliche Engagement als wichtige Ergänzung der professionellen Dienstleistungen in den Vordergrund stelle, in die richtige Richtung zielen. "Diesen Weg werden wir konsequent weiter gehen. Wer Gewalt gegen Ältere bekämpfen will, muss weiter systematisch an der Verbesserung der Pflegequalität arbeiten", so Vöge abschließend.