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Pressemitteilung:

08. März 2006

Ute Schäfer gegen Kinderabitur: Experten haben Zweifel an verbindlichen Grundschulempfehlungen

Verbindliche Grundschulempfehlungen sind kein geeigneter Weg zur richtigen Schulwahl. Dies ergab heute im Düsseldorfer Landtag die Anhörung von Expertinnen und Experten zum Schulgesetzentwurf der Landesregierung, bilanzierte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ute Schäfer. Die Planungen der Landesregierung, zehn-, bzw. zukünftig neunjährige Kinder an einem dreitägigen Prognoseunterricht teilnehmen zu lassen, wenn Eltern das Lehrergutachten nicht akzeptieren, bezeichnete Schäfer als schulpolitische Katastrophe. "Sie sollen drei Tage lang in einer fremden Lernumgebung mit fremden Menschen zentral überprüft werden. Der Prognoseunterricht ist nichts anders als ein Kinderabitur. Es ist absurd, anzunehmen, dass man dabei den Leistungen der Kinder entsprechende Ergebnisse erhält", sagte Schäfer.

"Die Anhörung hat uns noch mal in unserer Auffassung bestätigt. Verbindlichere Grundschulempfehlungen werden nicht zu einer größeren Sicherheit bei der richtigen Wahl der weiterführenden Schule für ein Kind führen, sondern lediglich zur Aushebelung des Elternwillens. Mit einer solchen Regelung werden nicht die Chancen und Leistungen von Kindern verbessert, sondern ihr Sortieren und Aussortieren perfektioniert ", erklärte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Ute Schäfer heute im Anschluss an die Anhörung. "Schulministerin Barbara Sommer muss ihren Schulgesetzentwurf überdenken, wenn sie die Fachleute ernst nimmt."

Schäfer: "Die Ausführungen der Wissenschaftler haben gezeigt: Der Elternwille führt nicht dazu, dass mehr Schülerinnen und Schüler die Schulform wechseln müssen." Das Gegenteil sei der Fall. Schulformabsteiger seien vor allem diejenigen, die sich an die Grundschulempfehlungen gehalten hätten, betonte der Bildungsforscher Dr. Rainer Block während der Anhörung.

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