Pressemitteilung:
16. Oktober 2006
Marc Jan Eumann: Studiengebühren führen zu Einbruch bei Erstsemesterzahlen
"Obwohl die Anzahl der jungen Menschen seit Jahren kontinuierlich ansteigt, die ein Studium aufnehmen dürfen, sind die Anfängerzahlen an den Hochschulen eingebrochen. Jetzt ist endgültig klar: Studiengebühren schrecken junge Menschen vor allem aus bildungsfernen Schichten ab. An den Universitäten ist der Rückgang mit acht Prozent geradezu dramatisch", erklärte
Marc Jan Eumann, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Die OECD habe jüngst noch dazu aufgefordert, die Akademikerquote nachhaltig zu steigern. Eumann: "Studiengebühren versperren jungen Menschen Chancen und schaden der Zukunftsfähigkeit unseres Landes." Dies gelte auch, weil aktuell zehn Prozent mehr Abiturienten einen Ausbildungsplatz und nicht den Weg an eine Hochschule wählten. "Das verschärft zusätzlich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Leidtragende sind insbesondere junge Menschen mit geringer Qualifikation", stellte Eumann fest.
Bei der Einführung von Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen sieht Eumann nur einen Gewinner: "23 Prozent der Beiträge, die die 30.000 Studienanfänger in diesem Wintersemester zahlen, gehen an die NRW.Bank. Allerdings haben nur 3000 Studierende einen Kredit beantragt. Der Überschuss beträgt schon jetzt fast zwei Millionen Euro." Eumann erinnerte daran, dass auch in dieser Frage die schwarz-gelbe Landesregierung eine Fehleinschätzung getroffen habe. "Minister Pinkwart nannte für die Startphase eine Quote von 20 Prozent der Studierenden, die einen Kredit aufnehmen würden. Die tatsächliche Quote liegt aber nur bei zehn Prozent."