Meier informiert nach „Gutsherrnart“

Einmal mehr hat Bürgermeister Hans Willi Meier dokumentiert,
wie er sich den Umgang mit den Politikerinnen und Politikern in den Ratsgremien vorstellt. Wichtige Informationen sollen die nämlich aus der Presse entnehmen. Schon als es vor einigen Wochen um die Haushaltssperre ging, hatte Meier zunächst die Medien und erst wesentlich später auch die Fraktionen offizielle informiert. Angeblich, weil die Haushaltsperre nur Sinn mache, wenn sie „überraschend“ komme. SPD-Fraktionschefin Brigitte D‘moch-Schweren vermag diese Art der Informationspolitik nicht nachzuvollziehen: „Ich frage mich allen Ernstes, wen Meier überraschen wollte.“
Schlimmer noch: Meier lernt offensichtlich aus seinen Fehlern auch nicht. Denn jetzt verfährt der Bürgermeister in Sachen „PCB“ nach dem gleichen Strickmuster. In einem Schreiben an Meier hatte die SPD-Fraktion die Entscheidung des Bürgermeisters, die Rundsporthalle unverzüglich zu schließen, ausdrücklich begrüßt.
„Darüber hinaus wollten wir natürlich aber auch wissen, wie es nun weiter geht“, so die Vorsitzende der SPD-Fraktion. Meiers Antwort war mehr als enttäuschend: Über die weitere Vorgehensweise würden die Fraktionen „durch die offensive städtische Pressearbeit unterrichtet“, ließ er schriftlich wissen.
„Im Klartext heißt das: Die gewählten Vertreterinnen und Vertreter in den Ratsgremien müssen wieder warten, bis der Herr Bürgermeister die Medien informiert hat. Diesen von Meier praktizierten Führungsstil nach ‚Gutsherrnart‘ können und wollen wir nicht kommentarlos hinnehmen“, erklärt Brigitte D‘moch-Schweren.