Leben, Wohnen Arbeiten

Ferdi Huck

In der Sitzung vom 11. Juni werden sich die Mitglieder des Hauptausschusses mit einem Leitantrag der SPD-Fraktion zum Thema „Leben, Wohnen und Arbeiten in Frechen“ beschäftigen.
„Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir dringend neue Konzepte für die Entwicklung aller einzelnen Stadtteile aber auch der Stadt als Ganzes erarbeiten müssen“, begründet der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ferdi Huck die Initiative der Sozialdemokraten.
Zur Zeit entstehen an allen Ecken und Enden der Stadt neue Wohnquartiere, im Westen (Grube Carl) soll ein ganzer Stadtteil entwickelt werden. „So etwas geht nicht ohne ein Konzept, das langfristig angelegt ist“, meinen die Sozialdemokraten. Im Umkehrschluss wirft die SPD der politischen Mehrheit im Rathaus vor, genau diese Konzepte weder zu haben, noch solche Konzepte ernsthaft entwickeln zu wollen. Es fehle offenkundig der Blick für „das Ganze“ und es fehle ebenso der Blick „für langfristige Entwicklungen“. Ferdi Huck: „Unsere Stadt hat sich in den vergangenen 50 Jahren von einem Straßendorf zu einem attraktiven Mittelzentrum entwickelt. Früher donnerten die Lkw über die Hauptstraße, heute haben wir dort eine Fußgängerzone. Diese erfolgreiche Entwicklung wollen wir fortsetzen. Und deshalb brauchen wir eine kontinuierliche und vorausschauende Planung.“
Natürlich seien in Vergangenheit von den jeweils Verantwortlichen auch Fehler gemacht worden, räumt die SPD-Fraktionsvorsitzende ein: „Wenn man aus dem Rathaus kommt, ist man immer schlauer, sagt der Volksmund. Leider gilt das zur Zeit in Frechen aber nicht!“
Schon 1988 hatte die Frechener SPD mit ihrem Antrag zur „offenen Bauleitung“ neue Wege in der Stadtentwicklung eingeschlagen. „Im Moment hapert es bei der Umsetzung des damals Gewollten“, meinte Brigitte D’moch-Schweren. Es reiche eben nicht, einfach nur die Bebauungspläne in die Schaukästen des Rathauses zu hängen. Erklärtes Ziel sei es damals gewesen, Bürgerinnen und Bürger möglichst früh und möglichst konkret an der gesamten Bauleitplanung zu beteiligen. Zum Beispiel in Workshops, die sich mit der Entwicklung eines Bebauungsplanes beschäftigen. Mit dem jetzt eingereichten Leitantrag soll der damals eingeschlagene Weg wieder aufgenommen und dann auch konsequent fortgeführt werden. Denn: Jede Maßnahme bedeutet zugleich auch einen erheblichen Eingriff in bestehende Wohnquartiere. Mündige Bürgerinnen und Bürger wollen ihre Stadt mitgestalten, wollen frühzeitig in die Planungen eingebunden werden und können schließlich auch wichtige Anregungen geben, zum Beispiel zur Ausgestaltung der Infrastruktur mit Kindergärten, Schulen oder Geschäften.
Zu guter Letzt, so die Sozialdemokraten in ihrem Leitantrag, gehöre zu einem planerischen Gesamtkonzept auch eine „vorausschauende Verkehrsplanung“.