Neubaugebiet ohne Kindergarten: Das soll familiengerecht sein?

Überhaupt nicht zufrieden ist die SPD-Fraktion mit den jetzt vorgelegten Plänen für das Baugebiet 40.4 („Brauweiler Straße“) in Königsdorf. „Was uns die Verwaltung vorgelegt hat, gibt Anlass für erhebliche Kritik“, sagt Peter Wolter, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Als „Königsdorfer“ ist Wolter besonders gut „im Thema“, kennt nicht nur die örtlichen Gegebenheiten und Besonderheiten ganz genau, sondern auch die tatsächlichen Bedürfnisse. „Unserer Meinung nach sind weder die Kriterien für familien- und kindgerechtes Wohnen auch nur ansatzweise erfüllt, noch greifen die Pläne den Gedanken des ökologischen Bauens auf“, bemängelt der SPD-Politiker. Genau dies aber sei in den Leitlinien ausdrücklich gefordert.
Beispiel: Die vorgesehenen Flachdächer wären nur über spätere Nachbesserungen als Solar- oder Gründach nutzbar. Dazu aber wären wohl die meisten Bauherren nicht in der Lage. Bedenklich ist auch die verkehrliche Erschließung über nur eine Straße: „Was passiert, wenn diese Straße aus welchen Gründen auch immer einmal gesperrt ist?“; fragt Peter Wolter. Besonders ärgerlich: Zwar sollen junge Familien mit Kindern hier bauen, ein Kindergarten aber ist nicht vorgesehen. Statt dessen will die Verwaltung dem Bauherren ermöglichen, sich „freizukaufen“. Der soll sich am Bau eines Kindergartens in einem anderen Baugebiet finanziell beteiligen. „Das ist alles andere als familiengerecht“, kritisiert die SPD-Fraktion.
Denn es wäre absoluter Zufall, würden beide Baugebiete gleichzeitig fertig. Die SPD fordert deshalb eine Fläche im Baugebiet selbst, die auch Platz für eine Kindertagesstätte bietet.
Insgesamt sieben Kritikpunkte hat die SPD-Fraktion in ihrem Antrag für die nächste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bauleitplanung zusammen-gefasst. Peter Wolter: „Unseren Leitantrag zum Thema ‚Stadtentwicklung und Bauplanung‘ hat die CDU ohne Beratung abgelehnt. Die verheerenden Folgen dieser Politik müssen wir jetzt mühsam zu korrigieren versuchen. Ich kann nur hoffen und wünschen, dass auch die CDU-Fraktion möglichst bald erkennt, wie wichtig eine vorausschauende Planung ist.“