Familien-Freikarten – Kosten statt Einnahmeverbesserung

Ferdi Huck Fraktionsvorsitzneder

Im Gegenteil, es entstehen Einnahmeverluste und zusätzlicher Aufwand für Verwaltungs- und Druckkosten“, versteht SPD-Fraktionsvorsitzender Ferdi Huck nicht mehr die Frechener Bäderwelt.
Selbst wenn nur 10 Prozent der berechtigten Familien von der Aktion Gebrauch machen, entsteht dem Freizeit- und Bäderbetrieb nach eigenen Berechnungen ein Einnahmeverlust von mindestens 13.500 €. „Um rund 13.000 Euro ging es auch bei unserem Antrag, für das Freibad wieder die Familiensaisonkarte einzuführen, allerdings nicht als Verlust, sondern als zusätzliche Einnahme für das Bad“, argumentiert Huck auf Basis der Ergebnisse aus dem letzten Jahr. 176 Familien hatten damals Saisonkarten zu einem Preis von 76,40 € erworben. Nach Feststellungen der Sozialdemokraten ist das neue Wertekarte-System für viele Familien zu teuer und sie machen einen Bogen um das Frechener Bad. „Oder die Kinder dürfen ab und zu mal alleine ins Bad gehen, weil es für die ganze Familie einfach zu teuer ist“ ärgert sich Huck über die Familienpolitik der Frechener CDU.
Auf Nachfrage erhielten die Sozialdemokraten in der Sitzung die Auskunft, dass von der Verwaltung keine besondere Information der Familien vorgesehen ist. Für Huck keine Überraschung, „denn jede Freikarte ist ja Verlust und wer strengt sich schon an, seinen Verlust zu vergrößern?“
Zukunft des Freibads – alles andere als sicher
„Ich habe ja nichts dagegen, wenn man von seiner Arbeit überzeugt ist. Aber zu behaupten, dass alle Möglichkeiten zur Kostensenkung ausgereizt sind, das zeugt schon von Überheblichkeit“, kritisiert Ferdi Huck das Verwaltungspapier zur Reduzierung des Zuschussbedarfs des Bäderwesens. Verwundert ist Huck auch darüber, dass die Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung vom Bürgermeister und nicht von der Werkleitung des städtischen Freizeit- und Bäderbetriebs erarbeitet wurden.
Aus Sicht der Sozialdemokraten sind die Ergebnisse und Vorschläge denn auch ärmlich ausgefallen: Einsparungen sind nicht möglich, so müssen die Eintrittsgelder erhöht werden und gleichzeitig wird still und leise erstmalig auch eine Schließung des Freibads in die Diskussion eingebracht. „Wenn schon eine Schließung zur Zeit nicht empfohlen wird“, zitiert Huck aus der Vorlage und fragt sich, warum dann aber alles mit konkreten Zahlen hinterlegt ist. Zur Sauna, Cafeteria oder Gymnastikpraxis gäbe es zum Beispiel keine einzige Zahl! So soll das Feld für eine Schließung des Freibads bereitet werden. „Nicht jedoch mit uns“, kündigt er entschiedenen Widerstand seiner Fraktion an.
Nicht nachvollziehbar ist für Huck ferner die Aussage, dass trotz nahtloser Wiederbesetzung der Stelle des Betriebsleiters 60.000 € eingespart werden. „Dann müsste der umzusetzende Mitarbeiter bisher ja in „Freizeit“ beschäftigt gewesen sein“, zweifelt er wieder einmal am Wert Meier’schen Berechnungen, „das wirkt doch alles sehr unseriös.“