CDU verweigert betroffenenBürgern das Rederecht

„So wie hier mit betroffenen Bürgern umgesprungen wird, das ist kein guter Stil“, meinte die SPD-Politikerin Marianne Madsack nach der letzten Sondersitzung des Planungsausschusses. Und das war passiert:
Behandelt wurde in dieser Sitzung die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet zwischen Königsdorf und Brauweiler, inzwischen bekannt unter dem Titel „In der Widdau“. Der Antrag, einem Bürger zu diesem Thema die Chance zu einer kurzen Stellungnahme zu geben, wurde von der CDU abgebügelt. Marianne Madsack: „Das wird auf die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die eigens zu dieser Sondersitzung gekommen waren, keinen guten Eindruck gemacht haben. Aber so versteht die Frechener CDU halt bürgernahe Politik.“
Und noch etwas wurde im Verlauf der Sitzung deutlich: Im Alleingang und ohne jede Rücksicht auf Argumente anderer versucht die Mehrheitsfraktion hier ganz offensichtlich ein neues Baugebiet zu erschließen. „Da dürfen sich Bürgermeister Meier und seine CDU nicht wundern, wenn die Menschen die Gründe für dieses von großer Hektik geprägte Vorgehen hinterfragen“, meint Marianne Madsack.
Denn auch in der Sache gibt es eine Reihe von Ansatzpunkten für berechtigte Kritik. Warum, zum Beispiel, wird auf „freiem Feld“ mit aller Gewalt Bauland erschlossen, wenn überall in der Stadt noch ausreichend freie Flächen unbebaut sind? Warum versucht die CDU, ein Baugebiet zu erschließen, ohne auch nur in Ansätzen die damit zwangsläufig verbundenen Verkehrsprobleme zu betrachten? Madsack: „Die Gutachten sind uralt. Sie haben heutzutage überhaupt keine Aussagekraft mehr.“
Unter dem Strich sind viel zu viele Fragen längst noch nicht beantwortet, der Widerstand der Bürgerinnen und Bürger von Königsdorf gegen diesen Bebauungsplan deshalb auch berechtigt.