Bundestagsabgeordnete Gabriele Frechen Gast im Frechener CJD

Die Bundestagsabgeordnete Gabriele Frechen war zum zweiten Mal zu Gast im Frechener CJD Berufsbildungswerk.
Ihr Versprechen noch einmal länger und intensiver ins CJD Berufsbildungswerk Frechen zu kommen löste SPD Bundestagsabgeordnete Gabriele Frechen kürzlich mit einem ausgiebigen Besuch im CJD ein.
Schon einmal war sie auf Einladung der MAV (Mitarbeitervertretung) des Frechener Berufsbildungswerkes gekommen, die gemeinsam mit den MAV´ s, Personal – und Betriebsräten der insgesamt 52 Berufsbildungswerke in Deutschland gegen die von der Bundesagentur für Arbeit geplanten Mittelkürzungen in der beruflichen Rehabilitation und Erstausbildung Benachteiligter und Behinderter protestiert.
In einem Schreiben des verdi Arbeitskreises "Zukunft berufliche Rehabilitation/
Berufsbildungswerke" hatten die Berufsbildungswerke appelliert an die Bundesministerin für Gesundheit und soziale Sicherung, den Beauftragten der Bundesgerierung für die Belange Behinderter Menschen und an die Präsidentinnen und Präsidenten der Landesarbeitsämter, sich für den Erhalt der bisherigen Förderung Behinderter einzusetzen.
Ausgehend von dieser bundesweiten Initiative hatten die jeweiligen Mitarbeitervertretungen der 52 Berufsbildungswerke ihre regionalen Bundestagsabgeordneten auf die bei den geplanten Einsparungen entstehende bedrohliche Situation der beruflichen Rehabilitation aufmerksam gemacht.
Bundestagsabgeordnete Gabriele Frechen hatte darauf hin spontan mit einem Besuch in Frechen reagiert, in deren Wahlkreis sich das CJD Frechen befindet. Schon beim ersten Besuch hatte Rita Bakalorz, MAV Vorsitzende in Frechen, betont: "Wir sind zwar im Berufsbildungswerk in Frechen noch nicht so drastisch von den Einsparungen betroffen, wir wollen aber sichergestellt wissen, dass es auch so bleibt. Außerdem wollen wir über unseren Tellerrand hinausschauen und uns solidarisch zeigen mit allen anderen Einrichtungen der beruflichen und sozialen Rehabilitation, die schon von den Einsparungen betroffen sind".
Im CJD Berufsbildungswerk Frechen werden derzeit über 300 lernbehinderte Jugendliche im Rahmen einer beruflichen und sozialen Rehabilitation in 25 anerkannten Berufen ausgebildet.
Während ihrer Rehabilitation im CJD Frechen besuchen sie das Berufskolleg im Berufsbildungswerk und werden dort sozial- und freizeitpädagogisch begleitet. Die meisten von ihnen wohnen in den 23 Wohnhäusern im Berufsbildungswerk. Das Ziel lautet, mit der bestandenen Abschlussprüfung vor den zuständigen Industrie- und Handels- Landwirtschafts- und Handwerkskammern, den Sprung in ein eigenverantwortlich gestaltetes Leben zu schaffen.
Eine Gefährdung der qualitativen Förderung Behinderter in den Berufsbildungswerken verhindere eine berufliche und soziale Integration der jungen Menschen und führe unweigerlich zu ihrer Ausgrenzung und Arbeitslosigkeit hatte der Arbeitskreis "Berufliche Rehabilitation" die Politiker gewarnt.
Gemeinsam hatten die Berufsbildungswerke die Politiker aufgefordert, für den Erhalt der bisherigen Förderung Behinderter zu sorgen.
Sie forderten im einzelnen :- die Aufhebung der Mittelkürzung bei der beruflichen Rehabilitation,
– keine zentrale Ausschreibung von berufsvorbereitenden Maßnahmen,- ausreichend finanziell gesicherte Ausbildungsplätze in den Berufsbildungswerken für behinderte junge Menschen zur Verfügung zu stellen und – keine bundeseinheitlichen Durchschnittskosten für Berufsbildungs-werke, die unterschiedliche Jugendliche fördern, beispielsweise mit Lern-, Körper- Psychisch- oder Sinnesbehinderungen und daher unterschiedlich kostenintensive Fördermaßnahmen und Ausstattungen benötigen.
Bei ihrem zweiten Besuch im CJD in Frechen konnte Gabi Frechen der MAV als positive Nachricht übermitteln, dass die Vergabe von berufsvorbereitenden -und Weiterbildungs-maßnahmen durch zentrale Los- und Ausschreibungsverfahren zurückgenommen werden sollen, da es sich schon gezeigt habe, dass sie nicht funktionieren.
"Für die Berufsbildungswerke haben wir vereinbart, dass, wie sie fordern, nach Art und Schwere der Behinderungen der Kostensatz festgelegt wird" bestätigte Gabi Frechen zu den Kostenverhandlungen, die die BBW´s mit den Regionaldirektionen der Arbeitsämter jährlich führen müssen.
"Man muss aber auch darauf achten, wo sich die Berufsbildungswerke befinden, ob in einer Stadt wie Köln oder München oder auf dem platten Land", machte Rolf Oster von der MAV sie aufmerksam auf weitere Schwierigkeiten bei einer gerechten Kostenfestlegung.
"Vor 12 Jahren haben wir mit dem Landessarbeitsamt die Kosten noch "spitz" abgerechnet , dann wurden die Kostensätze über Jahre eingefroren und dann noch um 5% gekürzt. Hierbei haben ein Teil der Belegschaft ihren Arbeitsplatz verloren, eine Arbeitsverdichtung war die Folge. Heute haben wir nur noch Kostenpauschalen und einen Belegungsobergrenze", ergänzte MAV Mitglied Manfred Klöckner die Veränderungen der letzten Jahre.
Außerdem werde, wenn mehr Auszubildende als bislang aufgenommen werden, und es stünden viele auf der Warteliste, der Tagessatz auf Dauer gesenkt.
Schwierig sei auch, dass die Bundesagentur für Arbeit die Berufsbildungswerke nicht mehr nach der Prüfungserfolgsquote messe sondern nach der Vermittlungsquote bemängelte Rolf Oster.
"Auch die vorgesehene Streichung des Urlaubsgeldes und Kürzung des Weihnachtsgeldes bei den Mitarbeitern dreht die Spirale nach unten" sorgte sich Oster.
Gabriele Frechen wies darauf hin, dass Berufsausbildungen, die zu hohe Anforderungen haben, künftig entflechtet werden sollen. Rolf Oster erklärte ihr "Wir haben in fast allen Ausbildungsberufen Werker- oder Helferausbildungen, die in ihren Anforderungen nach §48 Berufsbildungsgesetz einfacher und behindertengerechter sind".
Nach einer ausgiebigen Besichtigung der Werkstätten und Wohnhäuser im Berufsbildungswerk zeigte sich Gabriele Frechen sehr beeindruckt von der umfassenden, intensiven und individuellen Förderung der jungen, lernbehinderten Menschen in den Werkstätten, im Berufskolleg und im Wohn- und Freizeitbereich im CJD Berufsbildungswerk.
Aufgrund dieser speziellen Förderung der Auszubildenden haben Ende des letzten Ausbildungsjahres 90% von ihnen die Abschlussprüfung vor den Industrie und Handels, – Handwerks, – und Landwirtschaftskammern bestanden, – über 70% von ihnen seien unmittelbar nach bestandener Prüfung in eine feste Arbeitsstelle vermittelt gewesen – und seit
27 Jahren habe das CJD Frechen 2300 Auszubildende zur Prüfung geführt hoben die Mitarbeitervertreter den Erfolg des Frechener Berufsbildungswerkes hervor.
Bundestagsabgeordnete Gabriele Frechen versprach der MAV in Frechen noch offene Fragen zu klären: wie es mit dem Gesetz zur Förderung der Ausbildung Schwerbehinderter steht und welche Auswirkungen das Einsparungspaket der Bundesregierung auf die BBW´s haben könnte. Sie versicherte sich auch weiterhin um die Belange Behinderter zu kümmern, sich für die unverzichtbare, gesellschaftliche Aufgabe der Berufsbildungswerke einzusetzen und in Kontakt mit dem Frechener CJD Berufsbildungswerk zu bleiben.