„Kinder dürfen nicht „EdeKa“ bedeuten“

Guido van den Berg, Kerstin Griese, Gabriele Frechen
Guido van den Berg, Kerstin Griese, Gabriele Frechen

"In Deutschland geht uns der Nachwuchs aus", so die Bundestagsabgeordnete Gabriele Frechen, auf deren Einladung die Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestages, Kerstin Griese, mit rund 30 Teilnehmern über eine moderne Familienpolitik in Bergheim im Kreishaus diskutierten. Auf die Frage des Moderators und Vorsitzenden der Rhein-Erft-SPD Guido van den Berg, warum das so sei, waren sich alle einig, dass es an den Lebenswünschen junger Menschen nicht liegen könne. Ganz im Gegenteil: Junge Frauen und Männer wünschen sich Kinder, viele von ihnen auch mehrere, aber es klappe mit der Balance von Familie und Beruf nicht. „Heute geht es darum, den Eltern Beruf und Familie zu ermöglichen und den Kindern die bestmöglichsten Lern- und Bildungschancen zu schaffen, von Anfang an und unabhängig vom Geldbeutel der Eltern“, so die Bundestagsabgeordnete Gabriele Frechen.

In der Diskussion wurde auch die Bedeutung der Ganztagsgrundschule für die Vermittlung von Werten für die Gesellschaft hervorgehoben. Alle waren sich einig, dass es nicht reicht, Kinder nur Wissen zu vermitteln, es müssen auch soziale Kompetenzen erlernt werden: „Bei so kleinen alltäglichen Dingen, wie beim gemeinsamem Tisch decken und abräumen für das Mittagessen in der Schule, kann ein gerechtes miteinander gelernt werden“, ist sich die Abgeordnete sicher.

Deshalb setze man auf den Ausbau der Offenen Ganztagsgrundschule und demnächst auch auf den Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige: „Im Rhein-Erft-Kreis kommen wir beim Ausbau der Offenen Ganztagsgrundschule voran. In immer mehr Städten werden solche Schulen eingerichtet“, stellt Frechen erfreut fest. „Bei Betreuungsangeboten für unter Dreijährige hinken wir im Rhein-Erft-Kreis aber noch deutlich hinterher. Da müssen wir noch aufholen“, so die Sozialdemokratin.

Das allein reiche aber nicht. Nicht nur die Politik müsse sich der zentralen Bedeutung von Familienpolitik klar sein: „Auch die Wirtschaft, Unternehmen und Arbeitgeber sind gefragt, ihre Betriebe familienfreundlich zu gestalten. Wenn – wie schon gehört – in manchen Unternehmen Kinder bekommen, gleichgesetzt wird mit der Abkürzung: „EdeKa“, dann ist da was faul“, ist Frechen überzeugt. Die Abkürzung wird übersetzt mit „Ende der Karriere“. Dabei können Unternehmen zum Beispiel durch flexible Arbeitszeiten und Unterstützung bei der Suche nach Betreuungsmöglichkeiten einiges dafür tun, dass qualifizierte Eltern schnell wieder den Weg zurück ins Berufsleben finden.