SPD fordert mehr Transparenz bei Gaspreis-Bescheiden

Hardy Fuß
Hardy Fuß, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion

Mehr Transparenz und Kundenfreundlichkeit bei den GVG-Bescheiden für die Gaspreis-Erhöhung fordert der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Hardy Fuß, vom Gasversorger GVG Rhein-Erft. „Die Gaskunden werden mit den derzeitigen Bescheiden verhohnepiepelt. Nur der neue Abschlagsbetrag wird mitgeteilt, nicht aber die bisherige Abschlagssumme und die prozentuale Steigerungsquote. Stattdessen wird ellenlange Prosa mitgeliefert, warum die Erhöhung unbedingt sein muss“, kritisiert Fuß.

In den kürzlich an die Gaskunden im Rhein-Erft-Kreis verschickten Abschlagsbescheiden sei weder aufgeführt, welchen Abschlag der einzelne Kunde bisher gezahlt habe, noch erfahre der Kunde, welche Steigerung sich für ihn konkret ergibt. „Die GVG Rhein-Erft muss die Steigerungsraten der letzten fünf Jahre ebenso mitteilen wie die Entwicklung des Ölpreises, an den der Gaspreis gekoppelt ist. Das wäre eine faire Information für die Kunden“, fordert Fuß.

Darüber hinaus fordert der SPD-Politiker, die GVG Rhein-Erft solle sich einem Transparenzverfahren mit der Verbraucherzentrale NRW nach Vorbild der Stadtwerke Lünen unterziehen. Diese haben im letzten Jahr mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vertraglich vereinbart, dass Preisänderungen der Vorlieferanten offen gelegt und ohne zusätzlichen Gewinn an die Endverbraucher weitergegeben werden. Die Verbraucherzentrale NRW überprüfe dort das Ergebnis mit einer unabhängigen Testatkontrolle. „Durch die Anwendung dieses Transparenzverfahrens können Verbraucher sicher sein, dass sie bei Gaspreiserhöhungen von ihrem örtlichen Versorger nicht über den Tisch gezogen werden“, berichtet Fuß.

Die SPD-Kreistagsfraktion hat bezüglich dieser Forderungen alle öffentlichen Vertreter, die im Aufsichtsrat der GVG Rhein-Erft sitzen, angeschrieben. Sie sollen per Beschluss die Geschäftsleitung auffordern, dass die Gaskunden im Kreis vollständige und faire Informationen erhalten. „Vernebelnde Erhöhungsbescheide, in denen den Kunden Werbeflyer als Erklärung für die Gaspreiserhöhung an die Hand gegeben werden, sind in keiner Weise akzeptabel“, so Fuß in dem Schreiben an die GVG-Aufsichtsräte.

Im GVG-Aufsichtsrat sitzen für Kreis und Kommunen:

– Franz Durant (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender / Wesseling)
– Walther Boecker (Bürgermeister der Stadt Hürth)
– Bert Reinhardt (Ratsmitglied aus Hürth)
– Hans-Willi Meier (Bürgermeister der Stadt Frechen)
– Dr. Heinz Weller (Beigeordneter der Stadt Frechen)
– Irmtraut Toth (Kreistagsabgeordnete Rhein-Erft-Kreis)

Wenn es Preissteigerungen gebe, müssten diese nicht nur dem Grunde, sondern auch der Höhe nach transparent und nachvollziehbar sein, sonst müssten die Kunden diese Preissteigerung auch nicht akzeptieren, so Fuß. Unter der Internetseite www.energieverbraucher.de können Musterbriefe für einen Widerspruch gegen die Gaspreiserhöhung bezogen werden.