Blick zurück auf bewegte Geschichte

Brigitte D'moch-Schweren, Vorsitzende  SPD Frechen und Dr. Franz-Josef Antwerpes, Regierungspräsident a.D.
Brigitte D'moch-Schweren, Vorsitzende SPD Frechen und Dr. Franz-Josef Antwerpes, Regierungspräsident a.D.

1907 traf sich eine Gruppe von Arbeitern im „Waldschlösschen“ auf Herbertskaul und gründete den Ortsverband der Sozialdemokratischen Partei. Am Wochenende feierte die Frechener SPD ihr 100-jähriges Bestehen mit einer Feierstunde.
„Besonders gefreut habe ich mich zunächst nicht auf dieses Ereignis“, gestand die Ortsverbandsvorsitzende Brigitte D’Moch-Schweren. „Aber dann haben wir uns selber das Geschenk gemacht, in einer Festschrift die harte Arbeit der Mitglieder in dem vergangenen Jahrhundert zu dokumentieren.“ Dabei sei klar geworden, wofür die Sozialdemokraten stünden: „Das Grundgefühl der Solidarität und des Einsatzes für die Menschen – nicht für die Wähler – findet man in keiner anderen Partei.“ Bei aller Freude stellten sich die Sozialdemokraten aber auch ihren Problemen. „Wo ist der Nachwuchs?“ fragte sich D’Moch-Schweren.
Antwerpes hielt die Festrede
Festredner war der ehemalige Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes, der bereits seine liebe Mühe hatte mit runden Geburtstagen: „Unlängst jährte sich meine Mitgliedschaft zum 50. Mal.“ Das sei allerdings in seiner Unterbezirksgruppe Köln erst aufgefallen, nachdem er dem Vorstand eine Kopie seines Parteibuches hatte zukommen lassen. Zum 100-jährigen Bestehen der Ortsgruppe Frechen ließ der ehemalige Regierungspräsident die bewegte Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Revue passieren: „Nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes 1890 begannen die ersten Aktivitäten rund um Köln.“
Die SPD sei nach dem Ersten Weltkrieg erstmals im Stadtrat vertreten gewesen. „Damals war sie aber noch ein kleiner, versprengter Haufen.“ Erst 1948 sei sie erstmals stärkste Fraktion im Frechener Rat geworden. In Zukunft werde die Sozialdemokratie vor allem ein Problem haben. Antwerpes: „Wegen der demographischen Entwicklung sind die sozialen Sicherungssysteme nicht mehr zu bezahlen.“ Aber es sei sehr schwer, das verständlich zu machen. „Wer versteht denn noch die Eckpunkte der Gesundheitsreform?“ fragte Antwerpes und erntete mehrheitlich Schulterzucken.
Die Bilanz der Frechener SPD fiel jedoch positiv aus. Man habe sich in der Vergangenheit bei vielen Problemen bewährt, fand der stellvertretende Bürgermeister Hans Günter Eilenberger. „Themen wie Wohnungsbaupolitik, Ansiedlung von Unternehmen und die Schaffung der notwendigen Einkaufsinfrastruktur sind nach wie vor mit unserem Namen verbunden.“ Der Ortsverband sei immer „eine lebendige, streitbare und den Frechenern verpflichtete Partei gewesen.“