DHL-Ansiedlung stößt bei der SPD nicht auf Gegenliebe

Man freue sich über die Ansiedlung des Großlogistikers DHL im Gewerbegebiet an der Europa-Allee, ließ die Jamaika-Koalition im Frechener Rat in der Presse verlauten. Immerhin entstünden neue Arbeitsplätze, da könne man schon mal beide Augen zudrücken, was die eigentlichen Planungsziele der Stadt in Sachen Gewerbeansiedlung betreffe.
Die SPD-Fraktion fassungslos über dieses Verhalten, denn es nimmt Frechen die Chance auf hochwertige Gewerbeansiedlung. Die Fakten in Kürze: Fläche für die Neuansiedlung in Frechen ist knapp, die Ressourcen sind nahezu ausgeschöpft. Deshalb einigte man sich darauf, künftig nur solchen Betrieben die Möglichkeit zu geben, die mit einem begrenzten Flächenbedarf möglichst viele qualifizierte Arbeitsplätze bieten. Eine Veränderungssperre wurde erlassen, die Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen schrieb sich eine Gewerbeansiedlungspolitik mit hoher Wertschöpfung ausdrücklich in ihrem erst ein Jahr alten Koalitionspapier auf die Fahne.
Das scheint nun Schnee von gestern zu sein. DHL will sich auf einer großen Fläche von über 20 000 Quadratmetern niederlassen und bietet auf diesem Areal nur 120 neue Arbeitsplätze.
Dies auch noch zu feiern, sei als würde man mit einem einzigen Blumentopf die Begrünung der Wüste bejubeln, empört sich SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Günter Eilenberger.
„Es ist schade, eines der letzten großen Gewerbegrundstücke derart zu nutzen. Was ist denn mit der Vergabe der Grundstücke an Unternehmen mit hoher Wertschöpfung und einer großen Zahl von Arbeitsplätzen, wie im Koalitionspapier wortreich besungen?“
Die SPD-Fraktion fordere die Bürgermeisterin mit Nachdruck auf, sich um die Schaffung neuer Gewerbeflächen zu kümmern und dieses Thema intensiv anzugehen. „Wir werden sie dabei aktiv unterstützen!“