Finanzierungslücke beim Offenen Ganztag soll auf Eltern abgewälzt werden

Jürgen Weidemann

Die Finanzierungslücke für die erforderlichen Mittel der Frechener Offenen Ganztagsschulen soll nach dem Willen der Koalition durch eine drastische Erhöhung der Elternbeiträge ausgeglichen werden. So soll es der Schulausschuss in seiner Sitzung am kommenden Dienstag als Beschlussempfehlung für die Ratssitzung im Februar festlegen.
Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Frechen ist entsetzt über dieses Ansinnen und wehrt sich schon seit Monaten mit Vehemenz dagegen. Sie forderte erfolglos dafür im Haushalt 2017 Mittel ein.
Der Offene Ganztag bietet Frechener Kindern eine pädagogisch hochqualifizierte Betreuungsmöglichkeit am Nachmittag ein. Hier sollen die Kinder nicht nur umfangreich betreut werden, sondern auch in ihren Entwicklungsmöglichkeiten gefördert und gefordert werden. Ein Rahmenvertrag, den die Stadt mit den verschiedenen Trägern des Offenen Ganztags schließen wird, regelt die Einzelheiten. Ausgearbeitet wurde dieses umfängliche Werk von einer Arbeitsgruppe, an der Mitglieder aller Fraktionen beteiligt waren. Über die pädagogischen Standards sind sich alle einig, nur über die Finanzierung gibt es unterschiedliche Meinungen.

Nach Abzug des städtischen Zuschusses für die OGS-Mittel fehlen immer noch 250 000 Euro. Diese Gelder wollte die SPD in den Haushalt 2017 eingestellt wissen und beantragte dies in den letzten drei Haushaltsberatungen immer wieder. Jamaika lehnte ab, man hatte eine „bessere“ Idee.
Dazu der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jürgen Weidemann: „Die SPD-Fraktion ist bereits seit Längerem der Ansicht, dass die Offene Ganztagsschule in Frechen chronisch unterfinanziert ist. Bereits zum dritten Mal hatten wir für den Haushalt 2017 beantragt, den städtischen Zuschuss für die OGS von 200 Euro auf 400 Euro pro Kind zu erhöhen. Dreimal hintereinander lehnte die Koalition dies ab.“
Die Eltern sollten zur Kasse gebeten werden und über Beitragserhöhungen die Unterdeckung finanzieren. „Das lehnen wir Sozialdemokraten strikt ab“, empört sich die sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Brigitte Dmoch-Schweren. „Die Erhöhung der Elternbeiträge wird finanziell schwächer gestellte Familien und Alleinerziehende über die Grenzen des Erträglichen belasten. Bildungschancen müssen für alle Kinder gleich verfügbar sein und dürfen kein Privileg für Besserverdienende darstellen. So etwas ist mit uns nicht zu machen!“
Man darf also gespannt sein, wie sich der Schulausschuss am Dienstag entscheiden wird.