Kritik am neuen Wasserpreis-Modell der RheinEnergie

Auf massive Kritik stießen die Informationen der RheinEnergie über die Ergebnisse einer noch laufenden Untersuchung, zur Umstellung des Wasserpreismodells für das Trinkwasserversorgungsgebiet der Städte Köln, Pulheim und Frechen, in der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Verkehr und Umwelt (BVU) am 07.12.2017

Dabei geht es darum, das der Trinkwasserpreis heute weit überwiegend aus dem Wasserverbrauch (variable Preisanteile) und nur zu einem geringen Teil aus fixen Preisbestandteilen für die Wasserinfrastruktur zusammensetzt. Der Preis für den verbrauchten Kubikmeter Wasser soll nach dem neuen Modell gesenkt und dafür der Grundpreis angehoben werden, so dass sich der Wasserpreis künftig zu gleichen Teilen aus Grundpreis und Verbrauch zusammensetzt. Für Haushalte mit mittlerem Wasserverbrauch ändere sich dadurch kaum etwas.

„Das ist keine verkappte Preiserhöhung“, sagte Unternehmenssprecher Christoph Preuss im BVU, sondern die RheinEnergie strebe „ein Preismodell an, das die heutige Kostenstruktur besser abbildet und damit fairer auf die Verbraucher verteilt“. Die Umstellung des Wasserpreises erfolge für den Versorger „erlösneutral“. Das neue Preismodell soll bereits am 01.Januar 2018 in Kraft treten.
Jedoch einzelne Berechnungsbeispiele zeigen, dass für die Verbraucher eine solche Preisumstellung aber nicht in jedem Fall kostenneutral wäre. Während zum Beispiel ein Mehrpersonenhaushalt mit einem jährlichen Wasserverbrauch von 160 Kubikmetern monatlich 3,70 Euro einspart, muss ein Einpersonenhaushalt mit einem jährlichen Wasserverbrauch von 40 Kubikmetern künftig 2,10 Euro monatlich mehr berappen.

Dies führte zu erheblichen Unmutsäußerungen einiger Ausschussmitglieder, die das neue Preismodell als unsozial und unausgewogen brandmarkten, weil es sich zumindest für die Geringverbraucher – und das sind in der Regel Ein-Personen-Haushalte – sehr wohl um eine Preiserhöhung handelt.

Jürgen Weidemann (Fraktionsgeschäftsführer der SPD) sagte: „ nicht nur aus sozialer, sondern auch aus ökologischer Sicht sendet RheinEnergie mit diesem Preismodell eine fragwürdige und nicht mehr zeitgemäße Botschaft aus, die da lautet: Wasser sparen lohnt sich nicht.“