„In Frechen dauert alles viel zu lange“

Bild: Jürgen Weidemann

Deutliche Kritik an der Arbeit der Stadtverwaltung übten Bürgerinnen und Bürger während einer Öffentlichen Fraktionssitzung, zu der die SPD-Fraktion ins Schützenhaus eingeladen hatte.

Auf der Tagesordnung standen die Themen: Verkehr, Parkraum in der Innenstadt, Fußgängerzone, Obere Hauptstraße, Öffentliche Einrichtungen und die Sauberkeit in der Stadt. Zunächst erläuterte Fraktionsvorsitzender Hans Günter Eilenberger in seinem etwa dreißig minütigen Referat den zahlreichen Gästen den jeweiligen Sachstand der einzelnen Bereiche und die Positionen der SPD dazu, bevor die Gäste ihre Fragen und Redebeiträge anbringen konnten.

Hinsichtlich der Verkehrsentwicklung wird der Ausbau des Rad- und Fußwegenetzes von den Sozialdemokraten einhellig begrüßt, „was wir aber kritisieren ist, dass bei den Umbaumaßnahmen in der Innenstadt viele Parkplätze wegfallen, für die nirgendwo Ersatz geschaffen wird“, sagt Hans Günter Eilenberger. Bemängelt wurde in einigen Redebeiträgen der Gäste auch der schlechte bauliche Zustand einiger Parkplätze, oder nicht ausreichende Parkmöglichkeiten in der Oberstadt. Besonders die Konzeptlosigkeit beim Thema Parkraum und dass in Frechen auf jede Form von Parkraumbewirtschaftung gänzlich verzichtet wird, wurden als Kritikpunkte vorgetragen.

Auch der ÖPNV bekam keine guten Noten. Die Busse müssten besser aufeinander abgestimmt werden, sie seien oft unzuverlässig und führen am Wochenende zu selten. Für die die innerstädtischen Straßen wurde Tempo 30 gefordert.

Was die Fußgängerzone betrifft, so Eilenberger: „sind wir der Ansicht, dass die Stadt hier erst das Problem mit der Sauberkeit in den Griff bekommen muss, um dann weiter über Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Modernisierung nachzudenken.“ Eine Auslagerung der VHS und des Stadtarchivs aus der alten Marienschule, zugunsten von mehr Gastronomiebetrieben, lehnt die SPD ab. „Die Innenstadt wird unter anderem auch durch kulturelle Einrichtungen belebt“, sagt Eilenberger. Mit der alten Feuerwache sollte nach Meinung der SPD sorgsam umgegangen werden. Eine Arbeitsgruppe soll dazu Vorschläge für eine zukünftige Nutzung erarbeiten.

Besonders das Thema Sauberkeit lag vielen am Herzen und nahm entsprechend breiten Raum ein. In der Kritik stand in vielen Redebeiträgen vor allem das Ordnungsamt. Die Verursacher von Verunreinigungen (Hundekot, wilder Müll etc.) würden nicht konsequent genug verfolgt und an den eigentlichen Problemen vorbei geschaut. „Jeder in der Nachbarschaft weiß, wer hier immer den wilden Müll abstellt, nur das Ordnungsamt weiß von nichts und will davon anscheinend auch nichts wissen“, sagte eine Bürgerin.

Wenig Neues gab es über die Entwicklung der oberen Hauptstraße zu berichten. „Wir erleben hier bisher eine schleichende Abwertung, deswegen muss es das Ziel sein, modernen Wohnraum zu schaffen“, sagte Eilenberger. Ferner gehe es darum zu verhindern, dass sich Vergnügungsstätten weiter ausbreiten. Sogenannte Angsträume müssen beseitigt werden. Eine Bürgerin regte an, generationenübergreifendes Wohnen zentrumsnah zu ermöglichen.

Eine Frage stand jedoch bereits zu Anfang der Diskussion Raum, die bei einigen Teilnehmern ein leichtes Achselzucken verursachte, obwohl sie die Antwort auf den Lippen hatten: „Warum arbeitet die Verwaltung so langsam? In Frechen dauert alles so unendlich lange“, wollte eine Bürgerin wissen.