Stadt lässt Imagefilm drehen

Frechen von oben: Im Vordergrund Krankenhaus und neue Feuerwache, im Hintergrund die Gewerbegebiete. Bild: Clément Audard

In einem Schreiben an die Bürgermeisterin fragte der SPD-Stadtverordnete Uwe Tietz im vergangenen Januar nach dem Sachstand eines Imagefilms der Stadt Frechen, dessen Fertigstellung die Stadtverwaltung bereits für 2017 angekündigt hatte. Auf der Internetseite der Stadt habe er „unter dem Suchbegriff Imagefilm keinen Eintrag gefunden“.

Und weiter: „Ein Imagefilm könnte Frechen als attraktiven Lebens-, Wirtschafts- und Arbeitsort bekannter machen und im Sinne der hiesigen Wirtschaftsförderung den örtlichen Unternehmen eine zusätzliche virale Marketingmöglichkeit anbieten.“

Vor dem Hintergrund, dass Nachbarstädte wie Hürth, Pulheim oder Kerpen bereits über ansprechende Imagefilme verfügen, wurde die Verwaltung um Berichterstattung gebeten.
In einem Antwortschreiben teilt die Verwaltung mit, das sich die Firma „City Online Medien Verlag“ im Jahre 2017 diesem Thema angenommen habe. Für die Stadt sei die Erstellung des Films kostenlos. Im Jahresverlauf 2018 hätten die Filmemacherinnen und Filmemacher Firmenportraits erstellt und eine Materialsammlung für den Film angelegt.

„Gut Ding will Weile haben“ – oder nur ein weiteres Beispiel für die Trägheit im Frechener Rathaus?

In einem ersten Briefing habe die Stadtverwaltung mit dem Filmemacher vereinbart, dass beispielsweise Bilder zum Töpfermarkt, das Freibad, der Stadtsaal, die Feuerwehr und die Schulneubauten gezeigt werden. Einen Termin, wann der Film fertig sein soll, nennt die Verwaltung allerdings nicht.
Man habe sich „für die kommenden Wochen mit den Produzenten (…) verabredet, um die abschließende Motivwahl festzuzurren“, heißt es vielsagend-nichtssagend aus dem Rathaus.

Fraktionsvorsitzender Hans Günter Eilenberger merkt dazu an: „Es ist zwar erfreulich zu hören, dass der Film wenigstens in Arbeit ist. Dennoch ist die rund zweijährige Dauer und immer noch nicht abgeschlossene Produktion des Imagefilms ein Trauerspiel. Mit Blick auf das Ausscheiden der hiesigen Wirtschaftsförderinnen in der Stadtverwaltung sowie auf den geplanten Braunkohleausstieg, von dem die Menschen in Frechen betroffen sind, sollte gerade auch die mediale Förderung der hiesigen Wirtschaft einen hohen Stellenwert in der Frechener Stadtverwaltung besitzen.“

Tietz ergänzt dahingehend: „Da fügt es sich ins Gesamtbild, dass in Nachbarstädten die Imagefilme 2017 innerhalb von Monaten fertig waren und Bestandteil der dortigen Wirtschaftsförderung sind. Die Produktionsfirma ist professionell, bedarf aber der proaktiven Unterstützung durch die Frechener Stadtverwaltung. Aber wenn in Frechen wohl alles etwas länger dauert als anderswo, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Nachbarstädte uns immer einen Schritt voraus bleiben.“