Strukturwandel: Arbeitsplätze in Frechen ab Ende der zwanziger Jahre betroffen

RWE-Standorte in Frechen: Im Hintergrund Brikettfabrik Wartberg. Im Vordergrund Labor und Technikum. Bild: Jürgen Weidemann

Was passiert mit den Arbeitsplätzen bei RWE in Frechen, wenn die Braunkohleförderung in den nächsten Jahren zurückgefahren wird? Diese Frage stellen sich derzeit die RWE-Beschäftigten und ihre Familien aus Habbelrath und Grefrath. Die SPD-Fraktion hatte zu einer öffentlichen Fraktionssitzung in die AWO Begegnungsstätte nach Habbelrath eingeladen, um auf diese und viele andere Fragen Antworten zu finden
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Die Auswirkungen auf die RWE-Standorte in Frechen erläuterte der Leiter der Sparte Veredlung bei RWE mit Sitz am Standort Wachtberg Karl-Heinz Stauten. Er zeigte Verständnis für die Verunsicherung der Belegschaft, die er ihnen weder heute noch morgen nehmen könne. Er stellte aber auch klar, das die Empfehlungen der Kohlekommission in den nächsten Jahren noch keine unmittelbaren Auswirkungen auf Frechen haben würden.

„Erst Ende der zwanziger Jahre, wenn der Tagebau Inden ausgekohlt ist und das dazugehörige Kraftwerk mit einer Kapazität von 1800 Megawatt vom Netz geht, wird sich das in größerem Umfang auf die Arbeitsplätze auswirken. Bei der Stilllegung von 1000 Megawatt Kraftwerksleistung sind ca. 1000 Mitarbeiter betroffen“, erläuterte Stauten.

Für die Standorte Wachtberg, Technikzentrum und Hauptwerkstatt gebe es derzeit aber noch keine konkreten Planungen, arbeite aber auch für Frechen an einer Standortentwicklung für die Zeit nach der Braunkohle. Doch sowohl die Veredlungsbetriebe, als auch die Hauptwerkstatt fungierten als Dienstleister im Revier, die theoretisch noch bis zuletzt gebraucht würden.

„Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Frechens wäre es von Vorteil, wenn die derzeitigen Standorte auch nach dem Ende der Kohleförderung als Industriestandorte erhalten blieben, gleichzeitig aber auch neue Gewerbeflächen entwickelt würden,“ sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Günter Eilenberger. Und weiter: „Ebenso muss die Stadt mit RWE in einen intensiven Dialogprozess hinsichtlich der zukünftigen Nutzung der Standorte HW-Grefrath und Veredlung Wachtberg eintreten. Ziel muss es sein, neue Produktpalletten zu entwickeln und dadurch eine Zukunftsperspektive auch für derzeitige Mitarbeiter zu schaffen.“