Jamaika-Koalition marschiert in verschiedene Richtungen

Großmarkt, Pförtnerampel, 1.FC Köln:

Nach den jüngsten Presseverlautbarungen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen müssen wir Sozialdemokraten zu unserem Bedauern feststellen, dass die Rathauskoalition nicht mehr so genau weiß, wo sie eigentlich hin will und in wichtigen Angelegenheiten der Stadtpolitik in verschiedene Richtungen marschiert.

Bisher ist die SPD-Fraktion davon ausgegangen, dass alle im Rat vertretenden Fraktionen mit einer Stimme sprechen, wenn es darum geht, Angelegenheiten der Stadt Frechen gegenüber der Stadt Köln zu vertreten.

Seit dem Köln die Absicht verkündet hat, den Großmarkt aus der Südstadt nach Köln zu verlagern, hat sich in Frechen eine gemeinsame politische Linie im Umgang mit der Stadt Köln entwickelt, die bisher von allen Fraktionen im Rat getragen wurde. Diese gemeinsame Linie haben die Grünen nun verlassen und vertreten stattdessen in etwa die gleiche Position wie die Stadt Köln. Plötzlich präsentieren uns die Frechener Grünen die „Vorzüge“ eines verkleinerten Großmarktes nebst Trainingsanlage des 1.FC Köln als erstrebenswerte Lösung. Jamaika-Koalition marschiert in verschiedene Richtungen

Dazu SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Günter Eilenberger: „Da fragt man sich schon, ob die Grünen von allen guten Geistern verlassen worden sind? Man kann ja unterschiedlicher Meinung sein, aber dann sollte man den Mut haben, diese vorher auch in den städtischen Gremien zur Diskussion zu stellen. Aber genau das haben die Grünen nicht getan. Stattdessen gehen sie jetzt (wie auch schon beim Thema Pförtnerampel) mit einer eigenen, abweichenden Position in die Öffentlichkeit und fallen damit allen anderen Ratsfraktionen in den Rücken. Bündnisfähigkeit sieht anders aus!“

Die SPD-Fraktion bleibt bei ihrer Haltung, den Großmarkt vor den Toren Frechens verhindern zu wollen. Egal ob in großer oder kleiner Variante und auch die Pförtnerampel an der Aachener Straße und ein FCTrainingszentrum in Marsdorf halten wir weiterhin für keine geeignete Lösung, um die Verkehrsprobleme rund um Köln in den Griff zu bekommen.

Dem gemeinsamen Anliegen des Rates, gegenüber den Plänen der Stadt Köln mit einer einvernehmlichen Haltung aller Fraktionen entgegen zu treten, haben die Grünen damit einen Bärendienst erwiesen.