„Unsere Eile in Sachen Strukturwandel war berechtigt“

Brikettfabrik Wachtberg vom Dach des Kraftwerkes aus gesehen. Bild: Jürgen Weidemann

Nachdem der Fahrplan für den Braunkohleausstieg nun feststeht und daraus ersichtlich ist, dass die Brikettproduktion am RWE-Standort Wachtberg in Frechen bereits im Jahr 2022 eingestellt werden soll, wird deutlich, dass es allerhöchste Zeit wird, entsprechende Arbeitsplatzalternativen für die betroffenen Mitarbeiter zu schaffen.

„Das schlimmste Szenario für Frechen, was wir uns als SPD vorstellen konnten wird wohl jetzt mit dem sehr frühen Auslauf der Kohleproduktion Gewissheit. Unsere Eile in Sachen Strukturwandel war also berechtigt“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Günter Eilenberger.

Bereits im Januar 2019 machte die SPD-Fraktion die Bürgermeisterin darauf aufmerksam, dass es für Frechen dringend geboten ist, zu erfahren, wie sich das beschlossene Szenario auf die Frechener RWE-Standorte Brikettfabrik Wachtberg und die Hauptwerkstatt Grefrath auswirkt. Der Betriebsleiter der Brikettfabrik Karl-Heinz Stauten sprach im Februar vergangen Jahres während einer Bürgerversammlung der SPD-Fraktion in Habbelrath zwar noch von einer Übergangszeit bis Ende des Jahrzehnts, aber auch dieser Zeitraum erschien uns sehr knapp, um neue Alternativen entwickeln zu können.

„Wenn die Bürgermeisterin jetzt behauptet, sie sei gedanklich bei den von Arbeitsplatzverlust bedrohten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dann muss man fragen, wo sie denn bisher war, denn von großem Engagement der Bürgermeisterin, sich aktiv für die Belange der Betroffenen einzusetzen, war bisher nicht viel zu sehen“, so Eilenberger.

Und weiter: „Zum Strukturwandel haben wir schon im letzten Jahr Ideen und Forderungen eingebracht, wie zum Beispiel interkommunale Gewerbegebiete mit den Nachbarkommunen zu entwickeln oder die Schaffung einer zusätzlichen Stelle für den Strukturwandel in der Stadtverwaltung, die dann in der Dezember-Ratssitzung gegen die Stimmen der CDU durchgesetzt wurde. Alles das hielt die Verwaltung und die sie tragende CDU nicht für notwendig, machte aber auch ihrerseits keine Vorschläge, wie es anders gehen könnte.“

Jetzt, nachdem die Fakten auf dem Tisch liegen, ist nach Ansicht der SPD-Fraktion die Zeit des Aussitzens vorbei und nur noch schnelles Handeln ist gefragt. Seit der Verkündung des Kohlekompromisses ist bereits ein Jahr vergangen, ohne das in Frechen in dieser Angelegenheit etwas Nennenswertes passiert ist.

Es reicht nicht mehr, den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sein Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen, sie wollen wissen, wo sie in unserer Region zukünftig noch eine Arbeits- und Lebensperspektive haben.